Morgendliche Routine

Ein einsamer Wunsch erreichte mich, ob ich über meinen familiären Wochenalltag – vor allem über die morgendliche Routine – bloggen könne. Zuerst musste ich ein wenig schmunzeln, denn ich dachte, dass Routine und ich keine guten Freunde seien, doch ich muss gestehen, mit den Kindern bin ich ein wenig spießig geworden und es hat sich tatsächlich ein gewisses Muster eingeschlichen und das schaut so aus:

5:00 Uhr: Meine Wecker klingeln.

5:00 – 5:30 Uhr: Ich stehe auf. Manchmal lasse ich es richtig krachen und schlage die Wecker weitere vier Male, um ab zehn vor Sechs panikartig aus dem Bett zu springen. Natürlich bringt das „länger Schlafen“ gar nichts, als letztes Erholung, snoozelt doch alle 5 Minuten entweder das Smartphone oder der 22 Jahre alte Radiowecker. Während ich im Bett noch so vor mich hin döse, überlege ich schon, was ich anziehe, falls ich mir nicht am Vorabend bereits etwas rausgelegt habe. Aber das heißt gar nix, es kann sein, dass ich morgens aufstehe und einfach nicht in Stimmung bin für das, was da so vorbereitet hängt, was dann wirklich blöd ist, kostet mich Plan B meistens ziemlich viel Zeit.

Bevor ich ins Bad verschwinde, mache ich mir einen großen Kaffee. Immer. Und den nehme ich überall mit hin. Es ist in diesem Haushalt völlig normal, dass man mitunter leere Kaffeetassen – mangels alternativer Abstellflächen – in meinem Kleiderschrank findet oder im Bad oder auf dem Telefontisch gleich neben der Haustür, der Kaffee begleitet mich ab dem Aufstehen bis zum Verlassen der Wohnung. Ich liebe das.

5:50-6:10 Uhr: Ich bin fertig und wecke die Kinder. Die Große (4) zieht sich allein an (meistens) und wenn es richtig gut läuft, haben wir am Vorabend gemeinsam ihre Kleidung vorbereitet. Glücklicherweise ist sie konsequenter als ich und zieht sie dann auch an. Das abendliche gemeinsame Vorbereiten spart mir morgens Diskussionen darüber, dass sie jetzt aber lieber das weiße Sommerkleid oder den in der Wäsche befindlichen Rock anziehen will.

Wenn die Große zum Anziehen startbereit ist, schaue ich in das Bett der Kleinen (2) und bin gespannt, was mich erwartet. Manchmal bellt es aus dem Bett, oft miaut es und sehr häufig atmet es nur sehr regelmäßig, dann wird es schwierig. Ich ziehe den kleinen Hund/die kleine Miezi an, mache mit beiden einen Katzenwäsche-Abstecher ins Bad und dann geht´s zum Frühstück.

6:30-6:40 Uhr: Während die beiden frühstücken (Marmeladenbrot oder Müsli), richte ich die Brotzeiten her, mir reicht mein Kaffee.

Wenn ich viel Glück habe, passiert nun der erste Tobsuchtsanfall einer Tochter, wenn ich Pech habe, der dritte. Aus diesem Grunde habe ich angefangen, die Reihe „1000 Gründe, um auszurasten“ zu twittern, das schaut dann so aus:

Oder so:

Auch so:

Oder:

Zwischen 7:00-7:10 Uhr sind wir im Kindergarten. Je nach Ausprägung der Schuhdiskussion mit der Kleinen, die sich morgens weigert, ihre Schuhe anzuziehen. Jeden Morgen!

Etwa 7:10/7:20 Uhr sitze ich im Auto und fahre weiter zur Arbeit. Um die Uhrzeit brauche ich anstatt der üblichen 40 Minuten 50-60 Minuten. Ich fahre einen Großteil der Strecke mit 100km/h stetig dahin, laute Musik in den Ohren und die Berge immer im Blick. Ich liebe diese Zeit. Das ist besser als jede Psychotherapie. Ich kann meinen Gedanken freien Lauf lassen, was ganz besonders gut unter der Dusche oder eben im Auto funktioniert. Zudem gehört diese Zeit nur mir. Und die Aussicht, die ist oftmals atemberaubend und gigantisch schön:

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Um etwa 8 Uhr komme ich in der großen Stadt an und parke über den Inn Richtung Arbeit. Hier nutze ich die Zeit meistens und schaue kurz bei Twitter und Facebook rein.

Zwischen 8:05 und 8:15 Uhr stempel ich ein und arbeite maximal bis 13 Uhr. Dann muss ich mich wieder auf dem Heimweg machen, da der Kindergarten um 14 Uhr schließt.

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14 Antworten zu Morgendliche Routine

  1. Mama arbeitet schreibt:

    Schön!

    Und meine Güte, Ihr steht ja früh auf. Damit hätte ich echt meine Probleme. Ich finde schon 6:30 Uhr früh. Und als ich noch pendelte, fand ich die Fahrtzeit, obwohl ich mit 1:40 pro Strecke einen langen Weg hatte, auch erholsam. Es war Ich-Zeit. Verstehe ich gut. 🙂

    Viele Grüsse, Christine

  2. Frl. Null.Zwo schreibt:

    Die seelenreinigende Wirkung einer alleinigen Autofahrt (auch bei lauter Musik) ist mir auch schon aufgefallen: immer wenn ich das Tochterkind zum Umgang gebracht habe, komme ich anschließend wesentlich reiner mit mir selbst wieder zuhause an – trotz Feierabendverkehr am Freitag nachmittag!
    Aber 2h Fahrtzeit für 5h Arbeit pro Tag… hui!

  3. Mama notes schreibt:

    Danke fürs Teilen! Ich las es gestern schon. Als ich diese Nacht um 4 Uhr wach wurde war einer meiner ersten Gedanken: „Die werdenundsein muss in einer Stunde aufstehen!“ 🙂

    Ganz schön früh bei Dir! Ich bin ja Typ Eule und habe mit Weckzeiten vor 8.00 ein ernstes Problem…. Wenn ich um 5 aufstehen würde, könnte ich meine Kinder auch endlich mal selber wecken. Bei uns wecken die Kinder die Eltern. Also Kind2, der kommt um 5.30-6.00. Kind1 dann gegen 7.00. Nur, falls Du Dich das gefragt hast 😉

    Mich haben die Autofahrten zum Job einfach nur Nerven gekostet, war aber auch Stadtverkehr, ist ein Unterschied…

    • vomwerdenzumsein schreibt:

      Ich war in der Nacht dein erster Gedanke? Das nenne ich mal schmeichelhaft 🙂

      Ja, Stadtverkehr ist etwas völlig anderes, da hat man auch nicht diese Aussicht und das Denken funktioniert auch nur, wenn es fließt und das tut es im Stadtverkehr ja doch eher selten.

  4. Britta schreibt:

    wow – Hut ab für so viel Disziplin. Routine hilft … sonst wäre manches überhaupt nicht zu bewältigen. Ich finds bewundernswert tapfer, wie Du (und viele andere) solch ein Pensum (auch noch unter dem Druck rechtzeitig wieder in der Kita sein zu müssen) schaffen…
    Herzlich,
    Britta

    • vomwerdenzumsein schreibt:

      Liebe Britta,
      ich habe das große Glück, dass mir mein Job wahnsinnig viel Spaß macht, deshalb ist tapfer nicht der richtige Ausdruck, da ich kein Opfer erbringe. Zudem gehen meine Kinder gerne in den Kindergarten, auch das erleichtert das Ganze sehr. Denoch danke für die Wertschätzung, Aufwand ist es nämlich schon.
      Viele liebe Grüße
      Tina

  5. siggi schreibt:

    Der ganz normale Wahnsinn! Genau so ergeht es meiner Frau bisweilen. Und ich verneige mich ob dieser Tatsache, dass Sie das schafft.

    Mein Job hat mich an die Grenzen gebracht und deshalb ändere ich das jetzt.

    Grüsse vom Inn.

  6. Mamatanzt schreibt:

    Ich hätte bitte gern Deinen Arbeitsweg – wunderschön! 🙂

  7. Sabrina schreibt:

    Ich glaub, ich poste bei uns mal das Modell Eule für homeworker 😉 schön und sehr interessant, wie das so bei anderen Familien Morgens läuft!

  8. Pingback: Liebster Award – 11 Fragen über mich. | WerdenundSein

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