10 Fragen – 10 Antworten

Es gibt wieder eine Blogparade, wenn ich das richtig verstehe eine Mischung aus „Liebster Blog-Award“ und „Die +/- 11 liebsten Elternblogs“. Papaganda hat in diesem Rahmen meinen Blog als gern gelesen gelistet und gibt die folgenden Fragen weiter. Da mache ich gerne mit, zum einem mag ich Blogparaden, wenn mich das Thema anspricht, zum anderen sind die Fragen wirklich spannend. Los geht’s!

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1. Was war dein erster Gedanke, als du dein erstes Kind zum ersten Mal zu Hause in Ruhe genießen konntest?

Ich habe meine beiden Kinder in sehr ruhiger und sehr intimer Atmosphäre eines Geburtshauses zur Welt gebracht. Die Große kam an einem sonnigen Sonntag um 13:05 Uhr zur Welt und um 18 Uhr lag ich bereits wieder zuhause in meinem Bett. Ich kann mich nicht an den einen Gedanken erinnern, nur an das Gefühl der Hilflosigkeit. Da lag dieses kleine, mir unbekannte Wesen und ich war froh, wenn sie schlief und keine von diesen süßen kleinen Lauten von sich gab, mit denen ich zunächst nichts anzufangen wusste. Am liebsten hätte ich rund um die Uhr die Hebamme um mich gehabt. Ja, das war einer der Gedanken der ersten Stunden.

2. Zu Streit unter Kindern gibt es gewagte Thesen. Wie verhältst du dich in solchen Situationen?

Grundsätzlich möchte ich mich so wenig wie möglich einmischen. Damit meine ich hauptsächlich, dass ich so wenig wie möglich Partei ergreifen will, weil ich nämlich der festen Überzeugung bin, dass wir Eltern meistens nicht wirklich mitbekommen, was tatsächlich läuft oder vorab gelaufen ist. Je nach Situation höre ich mir an, was beide Kinder zu sagen haben, oft reicht das schon, die Luft ist raus oder im Gespräch ergibt sich eine Lösung. Manchmal tröste ich nur. Hin und wieder halte ich mich aber auch ganz raus und fordere die Kinder auf, selbst eine Lösung zu finden. Ich denke, dass sie dazu in der Lage sind, weil ich ihnen viele Male zuvor Lösungsansätze geboten und beigebracht habe.

3. Mit Kindern beim Einkaufen. Eines deiner Kinder möchte unbedingt etwas haben. Wie verhältst du dich?

Das kommt darauf an. Wenn die Kinder unbedingt einen Naturjoghurt haben wollen, dann lasse ich es nicht darauf ankommen, dass sie sich auf den Boden werfen. Sie haben Mitbestimmungsrechte bei der Auswahl normaler Konsumgüter, dürfen Obst oder Wurst aussuchen und gerne nehme ich auch mal einen Saft mit, den wir sonst nicht haben. Bei Süßigkeiten oder bei marketing-lastigen Kinderprodukten (Bärchenwurst, Kindersmooties im Drückbeutel, Die Paula ist ´ne Kuh!) bin ich knallhart und sage nein. Ich begründe das dann auch im Geschäft damit, dass ich das für Schmarrn halte, denn die Warum-Frage folgt natürlich auf dem Fuße. Es gibt nie etwas an der Kasse und ich mache da keine Ausnahme. Nie!

4. Wie stark haben dich am Anfang Ratgeber und Ärzte im Verhalten deinem Kind gegenüber geprägt? Hat es dir geholfen?

Ich lese sehr gerne und sehr viel. Das habe ich in der ersten Schwangerschaft auf Ratgeber-Niveau exzessiv betrieben und ich glaube, dass ich eine Zeitlang für meine Umgebung nur schwer auszuhalten war, weil jeder zweite Satz von mir mit „Ich habe mal gelesen…“ begann.

Für die Impfentscheidung habe ich ein halbes Medizinstudium abgelegt. Das hat mich insofern beeinflusst, dass ich eine sehr bewusste und fundierte Entscheidung traf.

Irgendwann wurde mir das alles zu viel. Diese Militanz, die oft in Büchern, bei Pädagogen, anderen Eltern oder Großeltern zu finden ist, ging mir zunehmend auf den Zeiger. Ich glaube, dass so verdammt viele Wege zu zufriedenen Kindern führen und dass es nicht nur den einen gibt. Ich denke, dass Eltern, die sich Gedanken machen, grundsätzlich gute Eltern sind. Mal macht man etwas toll, mal greift man daneben, aber ob ich nun mein Kind nur jeden Samstag bade oder nur bei Mondschein, ob ich ihm Gläschen-Nahrung oder selbstgemachten Brei gebe – ich glaube, dass all das so furchtbar unwichtig ist und dieses extreme Überangebot von Wissen und Waren es vielen Eltern nur schwer macht.

Mittlerweile lese ich nur noch sehr wenig zum Thema Kindererziehung und Co., wenn etwas bestimmtes ansteht, dann gezielt.

5. Hast du schon jemals darüber nachgedacht, mit der Familie einfach anders leben zu wollen? (z.B. Kommune, auf dem Bauernhof, in einem anderen Land, etc.)

Nein, nie.

6. Wie beeinflusst dich deine Umgebung im Umgang mit deinen Kindern? Schwiegereltern, eigene Eltern, Freunde, etc.

Das ist schwierig zu beantworten. Ich würde die Wirkung meiner Umgebung auf mich aus einer Mischung von spiegeln und beratend beschreiben. Ich beobachte gerne, wie andere das machen und wenn es mir gefällt, versuche ich, Teile davon für mich zu übernehmen. Genauso ist es umgekehrt, wenn ich etwas sehe, dass mir nicht so gut gefällt.

Bei konkreten Sorgen teile ich mich meinen Freunden mit und wir tauschen uns aus. Das hilft.

Ansonsten würde ich die Beeinflussung von außen eher gering einschätzen. Es ist mir ziemlich egal, ob andere Kinder etwas dürfen oder nicht, wenn ich da anderer Meinung bin, tangiert mich die Anwesenheit andersdenkender Eltern nicht. Ich ziehe meine Dinge unabhängig von der Umgebung durch. Meine Kinder (oft zu meinem Leidwesen) übrigens auch.

7. Hast du durch deine Kinder frühere Freunde verloren? Habt ihr irgendwann wieder zueinander gefunden?

Vor den Kindern hatten wir eine große Clique, die sich aus berufsbedingen Umzügen, Trennungen und anderen Umständen verlief. Der Kontakt ist noch vorhanden, aber anders. Ich würde nicht sagen, dass ich Freunde verloren habe, manche Freundschaften ruhen eher. Wenn bei einem das Thema Familie gerade ganz groß ist und bei dem anderen gerade so gar keines, dann wird es schwierig. Anders ist es, wenn man darüber hinaus noch ein gemeinsames Thema hat.

8. Wenn du entscheiden dürftest: mehr Kinder oder mehr Politiker?

Sagen wir es mal so: Mehr Kinder sind immer gut.  🙂

(Nein, ich meine das nicht auf  meinen Haushalt bezogen, eher so übergeordnet.)

9. Was würdest du für Familien aus politischer Sicht ändern wollen? (kein großes Fass aufmachen ;))

Kinderbetreuung, Kinderbetreuung, Kinderbetreuung!!! Freiwillig in Anspruch genommen, aber das Angebot sollte da sein. Nicht nur örtlich, vor allem auch zeitlich. Ich glaube, dass dies Eltern schon unglaublich viel Freiheit geben würde.

Weil ich jetzt kein Fass aufmachen soll, nur noch ein Punkt: Das Ehegattensplitting sollte meines Erachtens durch ein Familiensplitting ersetzt werden.

10. Welche Blogs liest du gerne? Was macht aus deiner Sicht einen guten Blog-Artikel aus?

Die Frage nach einem guten Blogbeitrag ist verfänglich. Bitte vergleicht meine Vorstellungen jetzt nicht mit meinen Artikeln. Ich habe keine Ahnung, ob sie meinen Ansprüchen allen gerecht werden.

Ein guter Artikel sollte dem Leser einen Mehrwert bieten, sei es in Form von Wissen oder einem guten Zeitvertreib, er ist nicht zu ausschweifend, aber auch nicht zu kurz und ich mag es, wenn in einem Text überraschend Humor vorkommt. Ein Text muss formell richtig sein, es stört meinen Lesefluss und die Lust am Lesen sehr, wenn ein Text lauter Fehler aufweist.

Ich lese viele Blogs gerne und habe gerade festgestellt, dass ich meine Blogroll in meiner Sidebar unbedingt aktualisieren muss. Leider habe ich viel zu wenig Zeit, um alles zu lesen, was mich interessiert. Mehr oder weniger neu entdeckt habe ich Familienbetrieb und Herzmutter, obwohl sie gar nicht neu sind. Schaut da doch mal rein, es lohnt sich. Ich möchte meine Fragen vom Liebster-Award nochmal in den Raum werfen, habt ihr Lust, Christian und Janina? Und Sabine von Textania möchte ich auch einladen, da ich bei ihr auf Facebook gerade so oft zu Blog-Themen fündig werden. Und Chris von Linsensicht – machst du auch mit?

1. Wenn du eine Sache in deiner Vergangenheit ändern könntest, was wäre es?

2. Hast du einen offenen Traum und wenn ja, welchen?

3. Welche Charaktereigenschaft schätzt du ganz besonders an einem Menschen.

4. Was magst du an dir?

5. Stell dir vor, du hättest drei Wünsche frei, welche wären es?

6. Eule oder Lerche?

7. Welche positiven Erfahrungen hast du bereits durch das Bloggen gemacht?

8. Was ist deine größte Angst?

9. Kennst du immer wiederkehrende Alpträume? Wenn ja, worum handeln sie?

10. Wenn du alt bist, möchtest du…?

11. Angenommen, du wärest eine Fantasiegestalt: Welche wäre es?

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9 Antworten zu 10 Fragen – 10 Antworten

  1. Floyd schreibt:

    Wow, ich bin begeistert. Und habe natürlich Zeile für Zeile verschlungen. In deinen Antworten finde ich viele Gemeinsamkeiten, zum Beispiel als das Erstgeborene zum ersten Mal zu Hause war. Ganz alleine, ohne Unterstützung von aussen. Geburtshaus haben wir damals auch versucht, hat aber leider bei keinen der beiden Kinder geklappt.
    Bei der Sache mit dem Lesen und Aufsaugen von Informationen kann ich nur nicken. Man will alles wissen und es gab da schon das ein oder andere Buch, das ich tatsächlich toll fand. Aber je älter die Kinder geworden sind, desto mehr haben wir uns auf unsere Intuition verlassen. Und eben die Erkenntnis und Akzeptanz, dass Eltern Dinge richtig und falsch machen habe ich gerne gelesen.
    Dein Artikel hat mich darin bestätigt, dein Blog weiter zu lesen 😉 Vor allem habe ich mich über das Wort “Schmarrn” gefreut. Das liest man viel zu selten. Herrlich. Danke fürs Mitmachen und Zeit nehmen.

  2. dienuf schreibt:

    Gerne gelesen (und ein bißchen bewundert, dass du bei Merchandise und Kassenware keine Ausnahmen machst.)

    • vomwerdenzumsein schreibt:

      Danke. Und du musst das nicht bewundern, im Grunde mache ich es mir damit sehr einfach. Einmal nein, immer nein. Nicht nachdenken, keine Diskussion. Und ich habe die passenden Kinder dazu. Das bedingt sich ja gegenseitig. ☺

  3. Familienbetrieb schreibt:

    Vielen Dank, dass du an mich gedacht hast und ich freue mich, dass du meinen Blog gerne liest. Deine (tollen) Fragen beantworte ich gerne. Dauert aber wahrscheinlich aber 1-2 Wochen.

  4. Pingback: Kreuzverhör | linsensicht

  5. linsensicht schreibt:

    Hab deine Fragen beantwortet, teilweise kurz und knapp. Hat Spaß gemacht.
    Lieben Gruß
    Chris

  6. Pingback: Liebster Award – 11 Fragen über mich 2.0 | WerdenundSein

  7. Pingback: Fragen über Fragen (4) – Werden und Sein | Familienbetrieb

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