Manches braucht Zeit

Die Tage hörte ich im Radio, wie Amazon plant, Waren mittels Dronen auszuliefern. Auch von Google war die Rede und der Zielsetzung, Waren innerhalb von zwei Stunden! dem Empfänger zuzuliefern.

Ich saß im Auto und dachte: Wahnsinn! Wenn doch jede Bedürfnis-Erfüllung so schnell ginge.

Ich finde es heute schon gigantisch, egal zu welcher Tages- und Nachtzeit, hat man ein materielles Bedürfnis, ist es schnell im Internet befriedigt und je nach Lieferer ist das Objekt der Begierde innerhalb weniger Tage da. Zusätzlich lauert an jeder „literarischen“ Ecke ein „Tschakka – du schaffst das“ oder ein „Du kannst werden und sein und machen, was immer du willst!“.

Ich weiß es nicht, vielleicht habe ich diese Bestellung-beim-Universum-Nummer nicht sonderlich gut drauf, doch ich habe Zweifel, ob das alles so realistisch ist. Und ich frage mich, ob wir aufgrund der schnellen materiellen Bedürfnis-Erfüllung verwöhnt sind und dasselbe für unsere „immateriellen“ Lebensumstände erwarten. Bin nur ich oft ungeduldig? Ich glaube nein. Wenn ich mich in meiner Umgebung so umhöre, besteht nicht nur bei mir die Erwartung „Problem erkannt, Problem gebannt!“

Doch so läuft das einfach nicht. Ich denke, wir sollten uns von den Dingen nicht blenden und unnötig frustrieren lassen. Manches braucht einfach Zeit. Mehr als 2 Stunden. Wie lange auch immer.

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Es braucht die Geduld, einen unangenehmen Zustand auszuhalten. Warten, auch wenn man es schwer hat. Und ein wenig Vertrauen. In dieses Leben, das es nicht nur schlecht mit uns meint, wenn man trotz allem mit offenen Augen und Herzem sich nicht den Dingen verschließt.

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3 Antworten zu Manches braucht Zeit

  1. Dina schreibt:

    “Problem erkannt, Problem gebannt!” – wäre doch auch schön, wenn man sich all die Arbeit, die mit dem Werden und Sein so zusammenhängt, sparen könnte. Ich finde es oft frustrierend, aufgrund von eingefahrenen Verhaltensmustern oder Gewohnheiten mit offenen Augen in die Falle zu tappen, nachdem ich ein Problem erkannt habe.
    Geduld für das Aushalten (gut ausgedrückt, finde ich) scheint mir ziemlich out zu sein. Wenn ich mir überlege, warum ich mich damit schwer tue, auch mal unglücklich zu sein, ist ein wichtiger Grund dass „man“ das einfach nicht mehr ist.

  2. Michael M schreibt:

    Gerade wo wir ständig dabei sind, uns jede Befriedigung sofort zu erfüllen, ist die Gefahr doch riesig, dass wir den Weg zum großen und kleinen Ziel verlieren.

    Auch wenn ich’s super finde, dass wir unsere materiellen Bedürfnisse so schnell erfüllen können. So ist es gerade schön den Weg zu genießen. So wie du es sagst: das Leben mit unseren immateriellen Bedürfnissen braucht oft länger als der Amazon Express Service.

    Ich frage mich generell: möchte ich im Leben von Ziel zu Ziel hetzen und Erfolge sammeln? Oder will ich meine Ziele mit genug Achtsamkeit verfolgen und die gesamte Lebenszeit genießen?

    Innere Veränderungen, gerade in der Persönlichkeitsentwicklung, brauchen seine Zeit. Da zählt meiner Meinung das Bewusstsein über die kleinsten Hürden und Fortschritte! Diese kleinen Veränderungen sind für mich das wahre Leben. Nicht die Instant Veränderung von arm zu reich, von schüchtern zu selbstbewusst oder einsam zu verheiratet, 2 Kinder und Eigenheim.

  3. spreemieze schreibt:

    Ich arbeite in der Gastro und mir fällt immer wieder negativ auf, wie sehr Menschen an dieses: Jetzt-Sofort-Ständig-alles-haben-können gewohnt sind. Bei vollem Laden müssen die Gäste schon mal 5 -10 Minuten auf ein Getränk (kaffee & Smoothie) warten, alles wird frisch gemacht. Für manche ein Grund auf die Barrikaden zu gehenund ausfällig zu werden.

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