Blogparade: Elterliches Miteinander. Und überhaupt.

In den vergangenen Wochen begegnet mir im Netz immer wieder der Begriff „Mommy wars“ und damit verbundene Geschichten, in denen sich Mütter das Leben gegenseitig schwer machen. Schon lange denke ich, dass man den Fokus ändern sollte – weg vom Negativen auf das was gut läuft. Denn ich selbst mache immer wieder viele positive Erfahrungen in dem Sinne, dass sich Mütter gegenseitig sehr wohlwollend unterstützen. Und heute las ich bei Andrea vom Blog Munichs Working Mom genau diesen Gedanken und dem Aufruf zu einer Blogparade, die eben diese positiven Erfahrungen fordert. Gerne nehme ich das zum Anlass darüber zu schreiben, was mir schon seit vielen Tagen durch den Kopf spukt.

schiller

Ich denke immer wieder darüber nach, ob diese Mütter-Kriege so einzigartig sind. Als Mutter kann ich von vielen übergriffigen Momenten berichten, angefangen bei der Schwangerschaft, wo mich gefühlt jeder angefasst hat oder mir Fragen gestellt wurden, bei denen ich heute noch den Kopf schüttel. Zum Beispiel fragte mich einmal ein Kollege, wie lange es gedauert hätte, bis ich schwanger wurde. „Fünf Minuten oder wie lange dauert bei dir der Sex?“ fiel mir leider erst ein, als die Situation schon längst vorbei war. Und ja, irgendwo zwischen Stillen/Nicht-Stillen und der Impfentscheidung hat Toleranz offensichtlich ihre Grenzen, aber mal ehrlich: gibt es die nicht überall? Wie sehr beäugen wir unsere Nachbarn, ver- und beurteilen Dinge, deren gesamten Sachverhalt wir nicht erfasst, aber dennoch eine Meinung dazu haben? Die Freundin hat sich getrennt und ist egoistisch, weil sie zwei Kinder hat? Die Bekannten haben sich ein Haus gekauft und können sich das eigentlich gar nicht leisten? Können wir uns davon wirklich freimachen? Das wäre wünschenswert. Und hey, ist nicht jeder ungefragte Ratschlag schon ein Übergriff? Finden diese nicht ständig in allen Bereichen statt, unabhänig vom Familienstatus?

Nun, ich persönlich bin immer wieder beeindruckt, wieviel Mütter auf die Beine stellen können, wenn sie sich gegenseitig unterstützen. Für die Geburt meiner zweiten Tochter stand meine Freundin in Rufbereitschaft. Sie hatte vor ein paar Monaten selbst ihr zweites Baby bekommen, was sie aber nicht daran hinderte, auch für meine Große dazusein, falls es bei mir losging. Es war Ostern und sie hatte großen Familienbesuch, aber auch das war für sie kein Hindernis. Um 1 Uhr nachts brachten wir die Große zu ihr, die dort einigermaßen unbeeeindruckt weiterschlief und mir eine entspannte Geburt ermöglichte. Zu wissen, dass die Große bestens aufgehoben war, war in dem Moment mehr als Gold wert.

Vor ein paar Monaten – ich war nach 30 Minuten Fahrt fast in der Arbeit angekommen – erschien im Display des Autos ein Anruf des Kindergartens. Die Große hatte eine Zecke am Auge. Das ist kein Grund zur Panik, dennoch gehört die Zecke natürlich entfernt. Die Erzieherin wollte es nicht tun, weil es am Auge war (versteh ich) und ich war hin und her gerissen. Ich arbeite 4 Stunden am Tag, wäre ich umgekehrt, hätte ich meinem Arbeitgeber für den Tag absagen müssen. Für eine Zecke! Schlussendlich fuhr die Mutter einer Kindergartenfreundin meiner Tochter mit meiner Großen schnell zum Doktor im Ort und ließ die Zecke entfernen. Ich sagte noch, dass könne ich nicht annehmen, aber sie meinte, sie wisse wie das ist, wenn man arbeiten muss und es dann noch so weit ist und für sie würde es leicht gehen. Das war großartig. Alles war erledigt, bevor ich überhaupt den Kindergarten erreicht hätte.

Es gibt viele solcher Beispiele, aber das würde hier den Rahmen sprengen. Ich persönlich bin sehr zufrieden in meinem kleinen Mami-Netzwerk und alles drumherum versuche ich, nicht an mich herankommen zu lassen.

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Eine Antwort zu Blogparade: Elterliches Miteinander. Und überhaupt.

  1. NathalieK schreibt:

    Ich hatte zu diesem Thema vor kurzem auf meinem Blog geschrieben: http://ganznormalemama.wordpress.com/2014/09/06/wieso-machen-wir-mamas-es-uns-gegenseitig-so-schwer/ Da gab es v iel Zuspruch für. Von daher: Super Idee mit der Blogparade, die Andrea da hatte. Wir sollten einfach mehr zusammenhalten!

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