Auf der Suche

Eins vorweg: Ich glaube nicht an Glück. Das wurde mir endgültig klar, als ich das Programm „Glücksbringer“ von Dr. med. Eckart von Hirschhausen sah. In diesem Programm gibt er viele praktische Tipps, die einen glücklicher machen (sollten). Ich ahnte diesen Zweifel an Glück bereits, als ich verschiedene Selbsthilfebücher, Artikel in DSC_0154Zeitschriften und im Internet dazu las. Ich zweifelte hartnäckig, als ich mir vor vielen Jahren das Buch „Bestellungen im Universum“ zu Gemüte führte. Ich bin über dieses Misstrauen ganz ehrlich selbst überrascht, pflege ich doch den ein oder anderen esoterischen Ansatz. Nicht, dass ich Glück als Esoterik abtun möchte. Ich möchte damit sagen, dass ich durchaus auch an Dinge glaube, die man nicht sehen kann. Lange Zeit bezeichnete ich mich selbst als Atheistin, glaubte aber immer an die Liebe. Aber an Glück? Nicht in dem Sinne, dass man es pflegen und kultivieren kann. Nicht in der Art, dass man sein Glück selbst in der Hand hat. Glück hat man – oder nicht.

Denn, wenn man Glück selbst in der Hand hätte – was hieße das für mich? Für eine, die noch nie ein vierblättriges Kleeblatt fand, obwohl sie noch so ungeduldig danach suchte. Eine, die nie einen Schornsteinfeger küsste, der Katzen nur von rechts begegnen und eine, deren Vergangenheit sicher auch nicht davon zeugt, ein am Mittwoch geborenes Sonntagskindkind zu sein.

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Ich schreibe das hier mit einem Augenzwinkern in meine Richtung, denn ich weiß sehr wohl, dass ich hier Äpfel mit Birnen vergleiche und im Nachgang sind diese Erkenntnisse immer so furchtbar profan. Ich beschreibe hier bewusst den Weg meiner Gedanken und der ist oft nicht sortiert und logisch.

Als Eckart von Hirschhausen also so seine Tipps ins Publikum warf, wurde mir klar, dass ich das alles für Humbug halte. Ich meine das nicht abwertend, eigentlich finde ich das alles sogar sehr erstrebenswert. Es ist eine innere Ablehnung, die ich beim Anschauen des Programms tief in mir wahrnahm und die mich selbst überraschte. Es ist die gleiche Empfindung, die ich bei vielen NLP-Programmen oder allgemein Coaching-Programmen wahrnehme. Für mich fällt das in die Kategorie Überstülpen, etwas Deckeln, aber eben nicht den Kern des Problems (darf man ja nicht laut sagen, nennen wir es Herausforderung) behandeln. Witzig. Wie gesagt, ich bin selbst überrascht, dachte ich, dass ich ein durchaus positiver Mensch bin, mit viel Kraft zur eigenen Weiterentwicklung, aber falls das stimmt, dann offensichtlich ohne den Glauben an Glück.

Nachdem ich diese Erkenntnis hatte, dachte ich einige Tage darüber nach, was denn für mich Glück ausmacht, was Glück hervorruft. Und tatsächlich steckt tief in mir drin der Glaube: Das ist harte Arbeit. Das amüsiert mich selbst. Nehmen wir mal an, jeder bekommt, woran er glaubt –  dann erklärt das bei mir das ein oder andere.

Wie es der Zufall will, habe ich 2015 ein wenig Zeit. Und so kam ich auf die Idee, mich dieses Jahr auf eine Glücks-Reise zu machen. Sicher keine neue Idee, vielleicht sogar schon ein wenig abgegriffen, für mich ganz persönlich allerdings nicht. Ich glaube nämlich nicht daran, dass man nur ganz oft „Tschakka!“ schreien muss und einmal über heiße Kohlen läuft und schon ist man glücklich. Ich glaube auch nicht, dass es reicht, nur andere Menschen glücklich zu machen. Auch nicht, dass wenn man viel Sport treibt und ansonsten ein Arschloch ist, dass das glücklich macht. Tatsächlich glaube ich, dass die Summe aus vielen verschiedenen Begebenheiten und Aktivitäten es macht: Geben und Nehmen, Lieben und Geliebt werden, Aktion und Ruhe.

Vermutlich ist das alles Quatsch und Glück ist eine innere Haltung. Nicht mehr und nicht weniger. Aber wie man zu dieser Haltung kommt, das ist die Frage.

In einem Punkt gebe ich dem Eckart uneingeschränkt Recht: Man muss nicht immer glücklich sein. Nicht 24 Stunden am Tag, nicht 30 Tage im Monat. Das ist nicht mein Ziel. Doch die glücklichen Tage oder die glücklich empfundenen Tage sollten überwiegen.

Nun. Ich werde also 2015 – das ja schon im vollem Gange ist – verschiedene Dinge in Angriff nehmen und darüber bloggen. Ich werde Sport treiben, ich habe da so ein kleines Ziel und werde viele verschiedene Sachen ausprobieren, diese im Blog beschreiben und bewerten – neben meinen üblichen Beiträgen. Ich bin selbst gespannt, wo mich meine Reise hinführt und hoffe, euch gefällt diese Idee. Falls euch etwas einfällt, was ich mal ausprobieren und darüber schreiben sollte: immer her damit. Ich bin dankbar um jeden Input.

Ich freue mich auf jeden Fall riesig meine entstehende Liste „abzuarbeiten“ und bin jetzt schon gespannt auf mein Fazit Ende 2015.

Glück

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25 Antworten zu Auf der Suche

  1. roteswusel schreibt:

    Mir stellten sich ähnlich Fragen vor ca. 2 Jahren. Ichvhab für mich einige Antworten und Lösungen gefunden und bin gespannt auf deinen Weg.

  2. Hallöchen!
    Sehr schön geschrieben und obwohl ich das Programm „Glücksbringer“ nicht kenne, traue ich mir einen Kommentar zu. Glück ist „…die Summe aus vielen verschiedenen Begebenheiten und Aktivitäten“… Ja, das stimme ich Dir zu.

    Glück und glücklich sein ist aber auch etwas sehr individuelles, persönliches. Was mich glücklich macht, kann bei Dir auch Unbehagen auslösen oder Dich sogar unglücklich machen. Hm?

    Glück ist harte Arbeit, aber auch „zur richtigen zeit am richtigen Ort“ sein und „den richtigen Menschen begegnen“… Alles mehr oder minder zufällig oder doch vorher bestimmt?
    Darüber denke ich auch gelegentlich nach, vor allem weil mich hat das Glück geküst hat und ich keine Ahnung habe, ob das mein Verdienst ist oder purer Zufall. Beides vermutlich!

    Ich bin gespannt auf Dein Projekt!
    GLG
    Stefanie

  3. fritzvonsteiner schreibt:

    Liebe Tina,
    für Glück gibt es leider kein Rezept. Bücher wie von Eckard v.H. lese ich grundsätzlich nicht, da ich schon im Ansatz merke, dass nur die äußere Verpackung ‚das Glück‘ verkaufen soll. Aber: es gibt kein Rezept! Und mit einem hat er doch recht. Und ich nenne es: „Immer nur Sonne macht eine Wüste!“ Glück kann nicht immer dasein! Es taucht manchmal auf. Manchmal ist es da – und wir merken es erst später, dass es da war!
    Glück ist auch für jeden etwas anderes. Deshalb kann auch das Lesen eines bestimmten Buches kein Glück versprechen. Glück ist aber auch nicht (nur) harte Arbeit! Ist denn jeder, der hart arbeitet glücklich? Manche gehen am hart Arbeiten zugrunde!
    Glück kann sein: „Der kleine Prinz“ lesen, einen bestimmten Film anschauen, sich einen Blumenstrauß kaufen, das Lachen der Kinder zu sehen…
    Und eines möchte ich dir noch mit auf den Weg geben: Je mehr wir nach einer bestimmten Sache streben, desto unerreichbarer wird sie. Und je unerreichbarer sie ist, desto unglücklicher sind wir.
    Deshalb: Sieh das kleine Glück, welches jeden Tag neben dir ist! :-))

    • vomwerdenzumsein schreibt:

      Ich meinte „arbeiten“ nicht im Sinne von „Geld verdienen“/einem Job nachgehen, sondern im Sinne von am Glück arbeiten. Und ja, Glück steckt bestimmt in den kleinen Momenten. das sollte man auf jeden Fall würdigen.

      Ich widerspreche dir in dem Punkt, wo du meinst, je mehr wir nach etwas streben, desto unerreichbarer wird die Sache. Im Gegenteil: beim Schreiben meines Artikels dachte ich noch, dass es vermutlich eher so sein wird, dass sich das Glück allein dadurch vermehrt, dass ich meine Aufmerksamkeit darauf richte. Versteh mich nicht falsch: ich werde nicht verbissen darum kämpfen.

  4. Corinna schreibt:

    Glück ist unter anderem für mich..Lächeln, einen Sonnenaufgang/Untergang bestaunen, ein SStück Schokolade, ein Stück Apfelkuchen, Regenprasseln wenn ich im Bett bleiben kann, Kekse backen und essen, Kaffee schlürfen, jemanden einen Wunsch erfüllen. Glück ist wie ein kleiner Edelstein, manchmal ist es sehr versteckt, mit offenen Sinnen wirst du es oft finden. Dabei wünsche ich dir viel Spass und Erfolg.

    • vomwerdenzumsein schreibt:

      Liebe Corinna,
      ich habe vor, eine kleine Glücksliste – in welcher Form auch immer – zu erstellen. Die von dir genannten Punkte werde ich mit aufnehmen.
      Danke für deine guten Wünsche und viele Grüße
      Tina

  5. bg68 schreibt:

    Glück im Sinne von glücklich sein, ist für mich tatsächlich eine innere Haltung, die Art und Weise, wie auch meine Umwelt reagiere. Z.B. dass ich auf schlechtes Wetter nicht mit Jammern reagiere, sondern mir sage, dass ich eh nichts daran ändern kann und mich davon nicht negativ beeinflussen lasse. Das bedeutet für mich glücklich sein. Das gelingt mir mal mehr und mal weniger.

    Deine Liste für 2015 könnte übrigens meine sein 😉

  6. Katharina schreibt:

    Das Problem mit dem Glück liegt in der deutschen Sprache, denn im Französischen unterscheiden wir zwischen Glück (bonheur) und Glück (chance). Das „bonheur“ kann man vielleicht ein wenig beinflussen, indem man sich überhaupt die Möglichkeit gibt, es an einem ranzulassen. Die „chance“ hingegen, das schicksalshafte Glück, führt nicht zwangsläufig zum Glücklichsein.Das sollte man nie vergessen.

  7. Nadine schreibt:

    Liebe Tina,
    ich bin in den vergangenen Jahren sozusagen zur Fachfrau in der Glücksliteratur geworden. Von Hirschhausen über Rubin habe ich alle gelesen und bin immer noch auf der Suche. Mittlerweile führe ich recht sporadisch und unromantisch (über eine App) ein Dankbarkeitstagebuch. Ich merke dabei, wenn ich den Tag reflektiere, wieviel kleine Glücksmomente ich in jedem einzelnen Tag meines Lebens erlebe. Glück ist für mich kein Feuerwerk und kein explosiver Gefühlsrausch. Glück liegt für mich im Kleinen, manchmal im fast Unsichtbaren. Mich macht auch die Suche nach Glück glücklich/zufrieden. Damit meine ich auch nicht Verbissenheit und (Selbst)optimierungswahn, sondern das Erreichen kleiner und für mich großer Ziele, die Erfüllung von Wünschen, die ich nicht beim Universum bestellt habe. Ich wünsche Dir viel kleines und großes Glück auf Deiner Reise und bin gespannt darüber zu lesen.

    Liebe Grüße
    Nadine

    • vomwerdenzumsein schreibt:

      Liebe Nadine,
      danke für deinen schönen Kommentar und deine Definition von Glück. Diese Art von Tagebuch steht auch auf meiner Liste. Darauf freue ich mich auch schon ganz besonders.
      Ganz liebe Grüße
      Tina

  8. lareine schreibt:

    Ich bin gespannt auf Deine. Exkursion in Richtung Glück und Selbsterfahrung!

    Ich hab auch mal gedacht, man muss doch fröhlich, glücklich, zufrieden sein. Und dies anstreben, wenn man mal down ist. Inzwischen schaue ich in mich hinein, so ein paar Mal am Tag und stelle sachlich fest, wie ich mich fühle.
    Und wenn die Antwort „gestresst, nervös, leer“ ist, dann denke ich einfach „Okay, du bist nervös.“ Und genau in jenem Moment entlasse ich die Nervosität. Sobald ich sie bekämpfe werde ich – rate mal – noch nervöser.

    Glück halte für die. Momente, in denen man wirklich man selbst ist. Ganz ohne Rollen und starke Prägungen, die einem schaden oder zusetzen. Einfach man selbst sein, aus dem Bauch heraus, ganz intuitiv. Und die können überall sein – in einem Konzert, auf dem Markt beim Äpfelkaufen, mit den Kindern im Garten ….

    Liebe Grüße! 🙂

    • vomwerdenzumsein schreibt:

      ja: ganz bei sich selbst zu sein gehört auch zu den glücklicheren Momenten, die ich kenne. Dann schaffe ich es auch, in mich hineinzuhorchen und zu erkennen, was los ist. Und es anzunehmen. Aber es ist ein verdienter Zustand, der sich bei mir nicht von ganz alleine einstellt. Das geht gut beim Sport oder wenn ich etwas ganz konzentriert mache.

      Liebe Grüße

      • lareine schreibt:

        Ja, da geht es mir ähnlich. Ich fände es großartig, wenn man immer ganz man selbst sein könnte oder würde.
        Konzentriert sein und sich ganz entspannt fühlen sind zwei ideale Wege, um bei sich zu sein, finde ich.

  9. Suse schreibt:

    Die Herangehensweise ist spannend. Freue mich über Deine Berichte!
    Liebe Grüße
    Suse

  10. Mom meets Poetry schreibt:

    Liebe Tina,
    zu Deinem Artikel fällt mir Brecht ein:
    Ja, renn nur nach dem Glück
    doch renne nicht zu sehr
    denn alle rennen nach dem Glück
    das Glück rennt hinterher.
    – Bertolt Brecht, Dreigroschenoper

    Vielleicht hilft es ja auch, sich gar nicht im Aktionismus zu verlieren. Nicht danach zu suchen sondern einfach mal stehen zu bleiben. Und ES wahrnehmen, wenn es dich einholt und neben dir läuft (ob beim Sport oder bei der Arbeit). Ich wünsche Dir, dass du somit die kleinen Momente des Glücks wahrnimmst, denn das bedeutet für mich Glück. 🙂

    Alles Liebe!
    Claudia

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