Vom Werden zum Sein – wie mein Blog-Name entstand

Ich war immer ein nachdenklicher Mensch. Sicher einer, der es sich selbst nicht leicht macht, aber auch einer, der so seine Päckchen zu tragen hat.

Ich denke, ich war 16 Jahre alt als ich zum ersten Mal sehr naiv dachte: „So! Jetzt bin ich durch, jetzt habe ich meinen Frieden mit meiner Kindheit/mit meiner Mutter/mit meinem Vater/mit meinem Pflegekindschicksal gefunden“. Zum zweiten Mal dachte ich genau das, als ich mit 23 meine Jugendamtsakte las.

Diese Momente wiederholen sich in meinem Leben immer wieder. Mittlerweile weiß ich – sie sind nur Zwischenstationen. Auf einer Reise, die wohl ein ganzes Leben lang dauert. Wir werden immer unterwegs sein, zumindest – so denke ich – sollte das erstrebenswert sein – wenn man nicht an seinem eigenem Seelendunst ersticken will. So wird man sich immer ansehen müssen, was gerade in einem los ist und woher das kommt. Ich bin der festen Überzeugung, dass das schon viel bewirkt, ohne dass man sich auf die berühmte Couch legen muss. Die Fähigkeit zur eigenen Reflexion und den Mut, in den eigenen Spiegel zu schauen – ich bin mir sicher, das bringt einen in der eigenen Entwicklung weiter – was auch immer der Einzelne darunter versteht.

Nichtsdestotrotz gibt es Momente, wo ich es satt bin, wo ich mich selbst nicht mehr leiden kann und daran zweifle, dass diese ewige Grübelei einen Sinn hat. Momente, in denen ich nicht mehr werden will, sondern einfach nur Sein. Völlig unesoterisch gesagt, kennt wohl jeder das Bedürfnis nach „Angekommen sein“. Und genau in so einem Moment entstand der Name des Blogs.

Vomwerdenzumsein

Mein Blog ist meine ganz persönlich Reise. Teilweise auf die Vergangenheit gerichtet, teilweise in die Zukunft. Gerade in letzter Zeit denke ich oft, dass ich dieses Leben viel zu ernst nehme. Ich sollte Spaß haben, alles genießen, weniger hinterfragen, es einfach laufen lassen – zumindest suggerieren das zahlreiche Medien. Tschakka! Dennoch: Tatsächlich glaube ich, dass mich meine Fähigkeit zur Reflexion gerettet hat. Vor mir selbst, vor meiner Kindheit und was weiß ich noch. Die Gedanken, die ich in meinen Texten ausspreche, erreichen Menschen, die mir liebe Rückmeldungen geben, dass ich sie damit berühre. Davon abgesehen, dass ich mit meinem Blog meine ganz eigene Gedankenkläranlage habe, ist das so viel Bestätigung, dass ich sehr motiviert WerdenundSein weiterführe.

Ich danke der lieben Christine, dass sie mich zu dieser Blogparade inspiriert hat und habe diesen Beitrag gerne geschrieben. Es gibt ein/zwei Blogs, deren Namens-Herkunft mich sehr interessieren würden, aber ich habe das Gefühl, dass ich in meiner Aufzählung nur verlieren kann, deshalb unterlasse ich es einfach. Ha!

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3 Antworten zu Vom Werden zum Sein – wie mein Blog-Name entstand

  1. Corinna schreibt:

    Bitte unbedingt weiter machen! Ich denke , also bin ich…ich lebe also werde ich…( alles moeglich)
    Einen guten Start in die Woche

  2. Blogprinzessin schreibt:

    So eine tolle Erklärung hinter dem Namen! 😀

  3. Pingback: Blognamen und ihre Geschichten: Top-Elternblogs

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